Wiebke und der blonde Junge

Wiebke und der blonde Junge

Ich stand an meiner Kasse und sah dabei zu, wie eine Kollegin eine neue Lieferung auspackte.
Spielzeug in allen Formen und Farben und einen Kassenschlager: Puppen für Kinder.
Jede dieser Puppen hat einen Namen, doch besonders aufzufallen schien eine Puppe mit Namen Wiebke.
Ein kleiner blonder Junge, in blauer Jacke und einer Hose, auf der kleine gelbe Traktoren abgebildet waren, stand vor Wiebke und himmelte sie abgöttisch an.
Er hatte noch kaum den Mund geöffnet, als sein Vater rief : “Na, du griagst sicha ka Puppal, du bist a Bua!”
Die Mutter, sichtlich entrüstet, antwortete: “Nie kaufst eam a Puppn! Er wü doch nur a anzige Puppn hobn heast!”
Der Vater schüttelte den Kopf, war nicht gewillt den Wunsch seines Sohnes zu erfüllen.
“Er is a Bua, a Bua griagt ka Puppn net!”
Ich war so frustriert, dass mir das doppelte Negativ in seinem Satz sogar egal war.
Der blonde Junge wurde aus unserem Laden gezogen, seiner Liebe zu Wiebke beraubt, die er nur ansehen durfte, aber nie besitzen würde…

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